✩ Panforte



Die überaus liebenswerte Ariane bloggt 

auf 
Tra dolce ed amaro
„Sie begeistert mich schon lange mir ihren tollen Rezepten, hübschen Fotos und italienischen Geschichten“
Ihre Magisterarbeit hat sie nach Rom geführt und sie ist geblieben.
Neben Rezepten aus den verschiedenen Regionen des Landes – aber auch internationalen-, möchte sie mit ihrem Blog einen Versuch wagen, italienische Realität “ tra dolce ed amara“ – zwischen süß und bitter- zu beschreiben.
Wer etwas mehr über Ariane erfahren möchte der darf hier klicken.


„Jetzt kommt aber Ariane direkt aus Rom zugeschaltet mit einem Klassiker aus Italien“

Panforte

Heute wird ein Advents-Türchen in Italien geöffnet werden – natürlich mit einem italienischen Weihnachtsgebäck dahinter…..
Die liebe Karin von dem wunderbaren 
Blog 
Lisbeth`s Cupcakes & Cookies 

hat mich eingeladen, auch eine kleine Leckerei beizusteuern.

Adventskalender – da sage ich doch nie nein! Ein Adventskalender gehört für mich in der vorweihnachtlichen Zeit wie auch der Adventskranz dazu. Dabei ist es nicht so einfach, in Italien diese eher mitteleuropäischen Traditionen weiter aufrechtzuhalten. Ich erinnere mich, dass es vor vielen Jahren weder Adventskalender, noch Kränze hier zu kaufen gab. Allein bei der deutschen Buchhandlung Herder, die leider ihre Pforten geschlossen hat, gab es eine kleine Auswahl an glimmerbesetzten Kalendern.
Ja, viel Glimmer muss er haben und auch sonst so richtig kitschig für mich sein!
Da ich oft im Herbst für einige Tage in der alten Heimat bin, gibt es jedes Mal vor der Abreise einen ausgiebigen Weihnachtseinkauf: Backzutaten, die hier schwer aufzutreiben sind, Adventskränze und eben ein schön altmodischer Adventskalender treten dann die lange Reise im Auto bis nach Rom an. So stellt sich, wieder im Süden angekommen, endlich Adventsstimmung ein.
Ich liebe diese vorweihnachtliche Zeit!
Aber ein Blog aus Italien sollte zu diesem schönen Anlass auch eine italienische Spezialität vorstellen, die viele sicher von ihren Reisen in die Toskana kennen werden:  Die Rede ist von Panforte, der zuckersüßen Leckerei aus Siena.



Von Oktober bis Dezember laufen die Öfen der toskanischen Bäckereien heiß, denn wie ich oft feststellen durfte, ist Backen nicht gerade eine Leidenschaft, der die italienischen Frauen mit Eifer nachgehen. Lieber kauft man einen Kuchen in der Bäckerei seines Vertrauens, der bei privaten Einladungen oft auch als Dolce auf den Tisch kommt. Und so ist es auch mit der Weihnachtsbäckerei. Man kauft Panettone – oder bekommt unzählige sowieso in dieser Jahreszeit geschenkt. Die wunderbaren Weihnachtsplätzchen, die nördlich der Alpen eifrig ab November gebacken werden, gibt es hier nicht – wenn man von Südtirol einmal absieht, aber dort ist die Ess-Kultur doch eher österreichisch geprägt.



















Die Ursprünge des Panforte kann man bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Zu dieser Zeit bereitete man einen sogenannten Melatello zu, eine Art einfache, süße Focaccia bestehend aus Mehl, Wasser, Honig und Früchten. Der Melatello wurde bei moderaten Temperaturen im Ofen gebacken, so dass Kuchen und auch Früchte nicht zu sehr austrockneten. Im eher milden und feuchten Klima der Region nahm der Kuchen daraufhin einen fast säuerlichen Geschmack an, was ihm dem Namen „Pan forte“ (forte = stark) oder auch „Pan acido“ (acido = sauer) einbrachte.
Man unterscheidet zwischen zwei verschiedenen Verisonen des Panforte: Bianco e nero – weiß und schwarz. Die weiße Version wird auch zu Ehren der Königin Margherita di Savioia, die sich anlässlich des Palio 1879 zusammen mit dem König in Siena aufhielt, Panforte Margherita genannt.
Nicht nur eine Pizza, die beliebteste in Italien, verdankt ihr also ihren Namen.
Beide Versionen  unterscheiden sich in einigen Zutaten; so enthält  Panforte natürlich Kakao und oft auch eine Prise Peperoncino. Während der weiße Panforte mit Puderzucker bestäubt wird, ist es wiederum Kakao, der dem schwarzen sein charakteristisches Aussehen gibt. 
Natürlich gibt es viele unterschiedliche Versionen für Panforte, und man kann Nüsse, Gewürze und auch Trockenfrüchte ganz nach persönlichem Geschmack zusammenstellen.

  

Zutaten (für eine Springform von 26 cm)
100 g ungesalzene Macadamianüsse
70 g geschälte Mandeln
30 g Pinienkerne
Abrieb einer unbehandelten Zitrone
70 g Orangeat
100 g getrocknete Aprikosen
100 g getrocknete Feigen
150 g Mehl (gesiebt)
150 g weiße Schokolade
100 g Honig
80 g Zucker
je eine Msp. Nelkenpulver, Kardamon, Piment, frisch gemahlener weißer Pfeffer, frisch geriebene Muskatnuss
1/2 Tl gemahlener Zimt
3 El Mandellikör
3 El Orangenblütenwasser
Puderzucker
Backpapier, etwas Butter, Oblaten


Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen. Die Wände der Form leicht mit Butter ausfetten und mit einen Streifen Backpapier auskleiden (der klebt besser an einem gefetteten Rand). 
Den Boden mit Backoblaten auslegen.
Den Ofen auf 200 Grad (Ober- und Unterhitze) vorheizen.
Die Nüsse, Mandeln und Pinienkerne auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben und dieses für fünf Minuten in den vorgeheizten Ofen schieben. 
Danach aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.
Den Ofen auf 160 Grad herunterschalten.
Die Trockenfrüchte in feine Würfel schneiden.
In einer Schüssel das gesiebte Mehl mit den Trockenfrüchtewürfeln und den ausgekühlten Nüssen, Mandeln und Pinienkerne mischen.
Die Schokolade fein hacken und im Wasserbad schmelzen.
Den Honig mit dem Zucker und den Gewürzen erhitzen, bis sich alles verbunden hat. Dann den Likör, das Orangenblütenwasser und den Zitronenabrieb unterrühren.
Geschmolzene Schokolade und die Gewürzhonigmischung zu der Mehl-Trockenfrüchte-Nuss-Mischung geben und alles miteinander vermengen.
Die Masse in die Form geben, dabei mit einem befeuchteten Löffelrücken gut verteilen und glatt streichen.
 Form für 30 bis 35 Minuten in den Ofen geben, der Kuchen bleibt nach dem Backen noch leicht elastisch.
Vollständig in der Form abkühlen lassen, dann mit Puderzucker bestäuben.
Panforte sollte einige Tag bis Wochen vor dem Verzehr gebacken werden, da so die Gewürze erst richtig durchziehen können. Den Kuchen dafür in Zellophan oder Alufolie wickeln und kühl und trocken lagern.
Dazu passt ein Dessert Wein wie Vin Santo.
Quelle: Verschiedene Quellen aus dem Internet und meiner hauseigenen Kochbuchsammlung. Das „Grundgerüst“ habe ich dem Band „Weihnachten – das goldene von GU“, Gräfe und Unzer Verlag, München 2013 entnommen, dabei aber die Gewürze nach eigenem Gusto zusammengestellt und auch das Verhältnis von Trockenfrüchten und Nüssen leicht verändert.


Liebe Ariane,
ganz lieben Dank für dieses wunderbare Geschichten – Rezept!
Siena- was für eine traumhafte Stadt.
Mein kleiner Geheim Favorit ist ja Bolgheri 😉
„Ich wünsche dir von Herzen eine glitzernde Adventszeit
und trinke gern einen Vin Santo auf dich“
Vielleicht haben ja jetzt einige Leser so richtig Lust auf`s backen bekommen und probieren  diese italienische Köstlichkeit aus 😉
Ich bin dabei
eure
Lisbeth`s




 

 

Kategorien: Lisbeths Gäste

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