Feigen Charlotte

Man fühlt sich gleich ein bisschen wie im Orient wenn man vor so einer Barberry steht.{Ladies, richtig gelesen – NICHT Burberry;) Wird sie doch in ihrem Heimatland „Persischer Rubin“ genannt.Tja, und dann fragt man Frau Google und es erscheint die Berberitze und zack steht man wieder direkt in Old Germany bei Schietwetter und erinnert sich an all die kleinen Geschichten, die dieser gemeine Strauch vor meinem Haus mit sich bringt. Jeden Herbst, wenn es an den Gartenschnitt geht, haben wir einen großen Bogen um die Berberitze gemacht. Die hat so fiese Dornen, dass einem der dickste Handschuh nix nützt, selbst wenn man geschickt und versiert drumrum schneidet, vorausschauend den Abschnitt separiert und auf einen Extrahaufen legt, damit man keinen Dorn beim Runterdrücken des Gartenabfalls in die Finger bekommt. Ich schwöre euch, spätestens da trampelt man unvorsichtig mit den Gummistiefeln in einen Dorn und rammt sich diesen…….naja ist ja noch nicht 20 Uhr und wir wollen keinen erschrecken hier. Ich fluche seit Jahren über dieses Ungetüm und wollte ihn immer schon einfach nur weg haben. Aber, wir waren mal Gasteltern von japanischen Studenten und die erzählten uns, dass in Japan die Berberitzen Glück bringen und ein Haus beschützen, wenn man sie pflanzt. Was soll man da noch machen! Logisch steht dieses Ding noch da und beschützt das Haus und alles was beschützt werden muss, nur leider beinhaltet es nicht Hände und Füße. Quasi kein All Inklusive Berberitzen Schutzpaket. Nun ja, ich nenne es jetzt nur noch Barberry {lasse es den Gärtner machen;} und träume mich in den Orient. Das piekt nicht so und schmeckt übrigens sehr köstlich;)

Feigen Charlotte

Mich machte diese Beere neugierig und ich wollte sie unbedingt probieren.Die Barberry ist so vielseitig wie kaum eine andere Beere. Sehr erfrischend, säuerlich und fruchtig im Geschmack passt sie zu einer Vielzahl von Speisen und Getränken. Ob nun im Müsli, als Zutat zu gekochtem Reis, in Salat, Saucen oder als aromatischer Tee schmeckt die Beere köstlich. Richtig lecker auch einfach als Snack für Zwischendurch. Für mich dann bitte mit Feigen. Ich finde die Kombination spannend und da der Backofen mit frischem Brot belegt war, musste das Törtchen ohne Backen auskommen. Auf zum Rezept meiner kleinen Persischen Rubin Feigen Charlotte.

Feigen Charlotte

400 g Feigen | 8 Blatt Gelatine | 500 g Creme Fraiche | 100 g feinster Zucker | Saft einer Zitrone | 300 g Schlagsahne | 15 – 16 Löffelbiskuits| halbe Tasse Barberry.

Einen Tortenring auf eine passende Tortenplatte oder einen Teller stellen. Durchmesser ca. 16 cm. Die frischen Feigen halbieren und das Fruchtmus auslösen und mit dem Zitronensaft beträufeln. Bitte für die Dekoration drei Feigen übrig behalten. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Creme Fraiche und Zucker in einem hohen Rührbecher mit dem Schneebesen für ca. 2 – 4 Minuten aufschlagen. Das Feigenpürree hinzufügen und kurz verrühren. Etwas von der Masse mit der ausgedrückten Gelatine erhitzen bis sie sich vollständig aufgelöst hat und zu der Feigenmischung geben. Kurz vermengen und kalt stellen. Sobald die Creme anfängt zu gelieren, die geschlagene Sahne unterheben. Etwas Creme in die Mitte vom Tortenring geben und die Biskuits rundum verteilen. Die Mitte mit der Feigensahne auffüllen und für mindestens vier Stunden in den Kühlschrank stellen. Den Tortenring vorsichtig entfernen und mit den restlichen Feigen dekorieren.

Ein kleiner Zusatz zu dieser Torte: Sie stand 1,5 Tage  im Kühlschrank. Dadurch wurde der Biskuit weich und die Creme war nicht mehr so fest wie nach den ersten vier Stunden im Kühlschrank. Zuerst dachte ich das die Säure der Berberitzen sich nicht mit der Gelatine verträgt, habe dann aber einen Profi gefragt und bekam folgende Antwort: Es gibt bestimmte Früchte, die vertragen sich nicht mit Gelatine. Das heißt, sie enthalten ein Enzym, das die Gelatine aufspaltet. Dann verliert die Gelatine ihre Bindekraft. Deshalb wird eine Sahnetorte dann mit immer längerer Stehzeit immer weicher. Zu diesen Früchten zählen z. B. Kiwi, Ananas, Papaya und Mango. Ein Erhitzen der Früchte schafft hier Abhilfe. Also wenn man diese Früchte erhitzt, dann wird das Enzym zerstört und die Gelatine bleibt fest. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, aber ich habe hier die Feigen im Verdacht. Wahrscheinlich enthalten sie auch das Enzym, das die Gelatine zerstört.
Ganz lieben Dank Martin! Also, Törtchen sofort nach den vier Stunden Kühlung verputzen oder die Früchte erhitzen.

Feigen Charlotte

Die Feigen auf der Torte sind übrigens mit einem hausgemachten Mirabellengelee „ Mirabellisiert“ worden;) Bedeutet: 2 – 3 Esslöffel Gelee mit etwas flüssigen Honig erwärmen und die geviertelten Feigen mehrfach damit bepinseln. Das schmeckt nicht nur super, das gibt auch einen schönen Glanz. Ich ziehe mir jetzt meine orientalischen Hauspantoffeln an, koche mir einen Barberry Tee, schnappe mir ein Stück Charlotte und träume mich weit weg von Berberitzen und Dornen;) Habt einen traumhaften Spätsommer Sonntag und genießt das Leben!

♡ Lisbeths

Feigen Charlotte

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