Poschweck_5515

Wenn man Hefe so sehr liebt wie ich, dann kommt man an dem Hefe und mehr Blog einfach nicht vorbei. Meine Meinung. Neben meiner Hefeliebe, liebe ich es auch, mein Brot selber zu backen. Das kann ich ziemlich gut und dafür gibt es sogar Zeugen;) Ich fand Brotback Rezepte früher immer sehr schwierig zu lesen und zu verstehen. Stefanie erklärt es wirklich gut auf ihrem Blog und dieses köstliche Rosinenbrot kann jeder. Indianer Ehrenwort. Hugh. Mein Mann liebt Rosinenbrot mit guter Butter bestrichen und etwas Erdbeermarmelade. Diesen Wunsch wollte ich einfach gern erfüllen und habe mich auf die Suche gemacht für ein leckeres Rezept. Das habe ich gefunden und für euch nachgebacken. Es benötigt etwas Zeit, aber es lohnt sich. Und Vorbereitung ist eh das halbe Leben. Der Vorteig kann zwischen 12 und 48 Stunden im Kühlschrank fermentieren(verweilen), ohne dass man sich kümmern muss. Perfekt. Der Hauptteig ist nicht wesentlich schwerer. Man wird belohnt, und das mit einem wirklich schmackhaften Poschweck.

Poschweck-5547Wikipedia sagt dazu:

Die erste Erwähnung des Poschwecks findet sich 1547 in einer Aachener Bäckerordnung. Es sollte nach einer damals noch rigide gehaltenen Fastenzeit die erste hoch kalorische Bereicherung für die österliche Tafel sein. Darum wurde der Poschweck in Aachen und Umgebung zunächst den Stammkunden als Ostergeschenk überreicht. Allmählich wurde diese kostspielige Angelegenheit den Bäckern aber zu teuer und sie wollten ihn fortan entweder verkaufen oder die Produktion einstellen. Dies sorgte aber bei der Bevölkerung für Unmut und die Handwerksmeister wurden erstmals 1760 vom Magistrat gezwungen, das Ostergebäck weiterhin zu backen und kostenlos zu verteilen.

Nach dem Einmarsch der Franzosen im Jahr 1794 wurde durch die Behörden zunächst das Backen von Weißbrot verboten, um die Folgen der Hungersnot, die durch die Handelsbeschränkungen und dem Verfall der Währung (Assignaten) einhergingen, einzudämmen. Nachdem auch im folgenden Jahr das übliche Ostergeschenk der Bäcker an die Kundschaft verweigert wurde, stieß dies in Aachen auf heftigem Protest der Bevölkerung, so dass der Rat der Stadt am 1. April 1796 entgegen seiner früheren Auffassung die Anordnung erließ, eine sofortige Nachlieferung der Osterwecken innerhalb von 10 Tagen zu bewirken. Bei Weigerung drohte eine Strafe von 50 Reichsthalern.

Es dauerte dann ein halbes Jahrhundert bevor die Bäcker sich erneut zum Widerstand aufrafften. Am 12. April 1846, als Aachen zu Preußen gehörte, kam es erneut zu einer „Poschweck-Revolution“ indem 113 Bäckermeister den Beschluss gefasst hatten, statt des Poschwecks ersatzweise 800 Brote für die Armenhäuser zu spenden, deren Produktion um ein Vielfaches kostengünstiger war. Daraufhin kam es zu halb humoristischen, halb ernsten Ausschreitungen in der Bevölkerung, in deren Verlauf auch die Fensterscheiben einiger Backstuben zu Bruch gingen und die Polizei gezwungen war, die bürgerliche Ordnung wiederherzustellen. Dabei unterstützte die preußische Stadtregierung den Standpunkt der protestierenden Bevölkerung. Einige der „Poschweck-Revolutionäre“ wurden zwar bestraft aber die Bäcker wurden wieder gezwungen, weiterhin den Poschweck kostenlos auszuliefern. Erst im Jahre 1888 gelang es den Bäckern endlich, sich von dieser Verpflichtung zu befreien. Seither gibt es in Aachen und seinem Umland kein “Freibrot” mehr.

Na, das nenne ich aber mal Brot für Alle. Schon interessant, wie so etwas entstehen kann. Auf jeden Fall kann jetzt jeder dieses tolle Brot backen und sich zu jeder Zeit damit beglücken. Samstagabend angesetzt und Sonntags zum Frühstück auf dem Tisch! Vorausgesetzt man steht zeitig auf;) Aber das macht alles nix, nennt man es danach einfach Brunch!
Der Oberknaller bei diesem Rosinenbrot ist, dass die Würfelzucker – Stückchen die in den Teig geknetet werden, schmelzen beim Backen und große, klebrig-süße Löcher im Teig hinterlassen. Das ist ein karamelliges Highlight und unvergesslich schmackofatz!

Poschweck

Man kann sich auch ein fruchtigeres Brot backen und einfach Zitronat, Orangeat, Cranberries oder Berberitzen in den Teig kneten. Oder lecker Nüsse und obendrauf ne flotte Ladung Hagelzucker. Yeah! Das geht ab und klingt verlockend, oder etwa nicht? Ich bin #vollaufbrot und sehr glücklich meinem Mann eine große Freude gemacht zu haben. Und man weiß einfach was drin steckt im Brot. Nämlich nur das, was ich reingemischt habe! Gute Zutaten, gutes Mehl und ganz viel Liebe.

Ich wünsche euch den schönsten Mittwoch, verteile etwas frischen Brotduft und gehe jetzt Stullen schmieren mit gaaaanz viel guter Butter druff;)

♡ Lisbeths

Poschweck

 

Aachener Poschweck
 
Autor: 
Zutaten
  • Leicht abgewandelt mit Vanille - Paste und Orangenabrieb aus dem Tütchen.
  • Für den Vorteig:
  • 210 g Mehl Typ 550
  • 145 g Wasser
  • 3g frische Hefe
  • 4g Salz
  • Für den Hauptteig:
  • Gesamter Vorteig
  • 290 g Mehl Type 550
  • 110 g Milch
  • 10 g Hefe
  • 3 Eigelb
  • 30 g Zucker
  • 5 g Salz
  • 1 Tl Vanille Pate
  • Orangenabrieb aus der Tüte
  • 150 g Butter
  • 125 g Rosinen
  • 125 g gehackte Mandeln
  • 125 g Würfelzucker
  • Für die Vollendung:
  • 1 verquirltes Ei
Zubereitung
  1. Die Zutaten für den Vorteig miteinander verkneten.
  2. In ein passendes Gefäß geben und mit Klarsichtfolie abdecken.
  3. Für eine Std. bei Raumtemperatur gehen lassen.
  4. Danach für mindestens 12 - 48 Stunden im Kühlschrank fermentieren.
  5. Die Rosinen in Wasser oder (noch besser) in Orangensaft über Nacht quellen lassen.
  6. Vor der Teigzubereitung gut abtropefen lassen.
  7. Die Hefe in der Milch auflösen und mit Eigelb, Zucker, Salz, Mehl und dem Vorteig für 5 min auf langsamer Stufe in der Küchenmaschine kneten.
  8. Dann weiter 7 min auf mittlere Geschwindigkeit kneten.
  9. Nun die Butter hinzufügen und weiterkneten, bis sie komplett in den Teig eingearbeitet ist.
  10. Zuletzt Rosinen, Mandeln und Zuckerstücke von Hand unterkneten. (Geht auch perfekt mit den Knethaken;)
  11. Den Teig 1 Stunde gehen lassen.
  12. Den Teig in drei gleich große Stücke teilen und jedes zu einem ovalen Brotlaib formen.
  13. Auf ein mit Backpapier belegtes Backgitter legen,
  14. Und für weitere 1,5 Stunden gehen lassen.
  15. Den Ofen auf 175°C vorheizen.
  16. Die Brotlaibe mit dem verquirlten Ei bestreichen, drei Mal längs einschneiden.
  17. Bei 175°C für 30-35 min mit Dampf backen.
  18. Dafür stellt man eine Tasse mit heißem Wasser bereit.
  19. Das benötigen man um Dampf im Backofen zu erzeugen.
  20. Man schiebt das Gitter mit dem Teig in den Backofen auf die untere Schiene.
  21. Sofort danach gießt man das Wasser aus der Tasse auf das untere Backblech.
  22. Aber Vorsicht: Hot Hot Hot.
  23. Sofort die Ofentür schließen damit die Hitze und der Dampf nicht entweichen.
  24. Tipp:
  25. Mit Zitronat und Orangeat, Cranberries oder Berberitzen wird das Brot doppelt so lecker 😉