Frankreich, Normandie, Cidre und Apfeltarte gehören zusammen wie Lisbeths, rosa, Küste, Klippen und Butter & Brot. Dat is so. Meine Güte, was habe ich mich schon durch Frankreich gefuttert. Dieses Land haut mich jedes Mal aufs Neue wieder um. All diese Köstlichkeiten und regionalen Kuchen. Da steht man in der Patisserie, um ein Baguette zu kaufen und kommt mit einem Korb voll Tartes, Eclairs und Macarons zurück. Da kann so ein Mittagessen schon mal ausfallen;).

Tarte aux pommes

Wir hatten unfassbares Wetter Anfang Mai. Die Temperaturen stiegen bis zu 24 Grad und am nächsten Tag purzelten sie auf zwei Grad runter. Da verwandelte sich sogar der Regenschauer in Schneeflocken. Wenn man es aber warm und gemütlich hat, dann schmeckt so eine Tarte gleich doppelt so gut. Das Wetter ist wie es ist und zieht vorüber, wenn dann der Himmel aufbricht, ist die Küste unbeschreiblich schön. Die weißen Kreidefelsen strahlen um die Wette und ein Sonnenuntergang nach so einem Unwetter ist traumhaft schön. Ich liebe diese raue Natur sehr. Wenn man sich früh aufmacht, kommt man auch fast ganz alleine bei den gigantischen Naturschauspielen an und fährt ganz entspannt zum Lunch, während all die Touristen einem entgegen strömen, auf ihrem späten Weg zum Glück. Der frühe Vogel….!
Die Steilküste Falaise d’Étretat ist so ein absolutes Highlight und man sollte den Weg wirklich zu Fuß hinaufgehen und jede Sekunde davon genießen. Wie schon erwähnt, früh morgens ist man allein mit ein paar lachenden Möwen und dem Rauschen der Wellen.

Etretat

Dann sollte ein kleiner Ausflug nach Deauville natürlich unbedingt auf der Reiseroute stehen. Auch hier gilt es, wer früh unterwegs ist, darf dieses Städtchen ganz in Ruhe ohne Trubel genießen. Für mich war es absolut interessant, das allererste Modegeschäft von Coco Chanel zu sehen. Schließlich trage ich seit vierzig Jahren Chanel. Hinterm Ohr, die N°5. Mich hat es sehr traurig gemacht vor dem einst legendären Geschäft zu stehen, von dem nur noch eine Lagerfeld Zeichnung und zerbrochene Scheiben übrig sind. Und das inmitten von Hermes, Vuitton & Co. Dass da das Haupthaus Chanel oder Karl aus diesem entzückenden Lädchen nicht zumindest ein kleines Museum geschaffen haben, geht mir nicht mehr aus dem Sinn. Einst ist sicher, die Kundschaft ist da. Es reichen sich Nobelkarosserien und flotte Sonnenbrillen die Hand;). Ein bisschen Sylt, ein bisschen Hamptons, ein bisschen Saint-Tropez.

Chanel

Auch wir haben unseren magischen Ort gefunden, den ich natürlich nicht verraten werde;). Ein bisschen muss ja auch privat und im Herzen bleiben. Die Normandie ist unbedingt zu empfehlen und wenn man so wie wir aus dem Nordwesten losfährt, dann bieten sich so hübsche kleine Städte wie Brügge, Antwerpen und Gent zum Verweilen an. Man kann sich schon verlaufen zwischen all den wunderbaren Orten. Auf jeden Fall liebe ich diese unterschiedlichen Regionen sehr. Noch immer verliebt in die Bretagne, hat die Normandie mich nach vielen Jahren erneut erwischt und verführt. Genau so wie diese köstliche Apfeltarte mit Cidre. Sie darf über Nacht schön durchziehen und schmeckt délicieux.

Tarte aux pommes

Lasst euch von dieser wunderbaren Tarte aux pommes verführen. Statt Cidre wäre die Füllung auch mit einem Calvados einverstanden, flüstert sie mir soeben zu. Bleibt ja in der Region und danach spricht man auch gleich besser französisch. C’est comme ca. Wir haben dieses Apfelglück übrigens mit ganz lieben Freunden verputzt. Die mitgebrachten, wunderhübschen verschiedenen Käsesorten vom Marktbesuch, göttliche Coeur de Boeuf Tomaten sowie guter Rotwein, Champagner, selbst gebackenes Landbrot und Baguette waren unsere Vorspeise;). Der Tisch fein gedeckt, die Kinder rannten aufgeregt durch den sonnigen Garten und jeder hat noch etwas aus seiner Küche mitgebracht. Drei Generationen zum Abendbrot. Da gab es viel zu erzählen. Zum Beispiel wie traumhaft schön doch die Normandie ist!

Käse

Es war ein so schöner und gelungener Spätnachmittag den wir bis in die Abendstunden genossen haben. Dass Kuchen ja immer noch irgendwie reinpasst, hat diese köstliche Tarte mal wieder bewiesen. Vielleicht lag es auch an der feinen Creme Fraiche mit Lavendelhonig, den immer noch sehr knackigen Apfelscheiben im Kuchen, oder war es der Cidre, der den ganzen Abend mit einem Hauch „Normandie” begleitete? Es war wohl das Gesamtpaket und es war so lecker. Es war gesellig, es war lustig, es war interessant und es wird wiederholt!

Etretat

Vielleicht mögt ihr mir ja auch eure Lieblingsurlaubsziele verraten. Reisen ist so wichtig. Eine kleine Anekdote habe ich allerdings noch für euch. In der Boucherie wollten wir für unseren Labrador einen Markknochen kaufen. Der Metzger erklärte uns in schnellster französischer Sprache, dass es eine Delikatesse wäre und für einen Hund viel zu schade. Früher eine Delikatesse, später verpöntes Arme-Leute-Essen und für unsere Herznase immer noch das Beste vom Besten! Wir konnten den Metzger überzeugen uns dann doch noch einen großen Markknochen zu verkaufen und er verabschiedete sich mit den Worten: „ Sie müssen ihren Hund wirklich sehr lieben!” Ja, das tun wir! Und das jeden Tag ein bisschen mehr.

Pour vous un mercredi ensoleillé et meilleures salutations.

♡ Lisbeths

Tarte aux pommes

Tarte aux pommes et au cidre oder die beste Apfeltarte der Welt
 
Autor: 
Kategorie: backen, Tartes,
Zutaten
  • Für den Mürbeteig:
  • Teig reicht für eine 24/26 er Tarteform.
  • 250 g Dinkelmehl
  • 125 feinster Zucker
  • 125 gesalzene Butter
  • 1 Ei
  • Für die Füllung:
  • 6 Äpfel
  • 200 ml Cidre
  • 500 ml Apfelsaft
  • 85 g Speisestärke
  • 2 TL Vanille Aroma
  • 150 g Zucker
  • Für die Vollendung:
  • 2 kleine Becher Creme Fraiche
  • Etwas Lavendelhonig
Zubereitung
  1. Für den Teig:
  2. Alle Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten und auf die gebutterte Tarteform verteilen.
  3. DenTeig mehrfach mit einer Gabel einstechen.
  4. Die Ränder schön hochziehen und leicht andrücken.
  5. Bis zur Weiterverarbeitung in den Kühlschrank stellen.
  6. Den Backofen auf Umluft 160 Grad vorheizen.
  7. Für die Füllung:
  8. Die Äpfel schälen, entkernen, vierteln und in dünne Scheiben schneiden.
  9. Ca. 20 ml vom kalten Cidre mit der Speisestärke verquirlen.
  10. Restlichen Cidre mit Apfelsaft, Zucker und Vanille-Aroma erwärmen.
  11. Die Speisestärke hinzufügen und alles einmal aufkochen lassen.
  12. Die Apfelscheiben hinzufügen und alles gut verrühren.
  13. Etwas abkühlen lassen.
  14. Die Apfelmischung auf die Form verteilen und im vorgeheizten Backofen für 30 Minuten backen.
  15. Dann den Kuchen mit Alufolie abdecken.
  16. Die Folie nur locker über die Form legen und weitere 30 Minuten backen.
  17. Das Blech mit der Form aus dem Ofen holen und abkühlen lassen.
  18. Später dann die Tarte über Nacht an einem kühlen Ort durchziehen lassen.
  19. Für die Vollendung:
  20. Etwas Lavendelhonig unter die Creme Fraiche verrühren und auf jedem Stück Kuchen einen großzügigen Löffel geben.
  21. Tipp: Auch mit Rosinen ein Träumchen.
  22. Wer für seine Kinder backen und den Alkohol komplett weglassen möchte, der nutzt nur Apfelsaft.