Beim Brot backen kann man schon mal die Geduld verlieren. Ein gutes Brot braucht nämlich viel Zeit. Dieses Weizensauerteigbrot liegt schneller auf dem Teller als man denkt.

Letztendlich ist für mich ein perfektes Brot aus dem Ofen gekommen. Zwar nicht hundertprozentig nach geplantem Rezept, jedoch so köstlich, dass mein kleiner Nachbar Fiete es als das beste Brot der Welt bezeichnet. Und wenn ein sechsjähriger das mit strahlendem Gesicht erzählt, na dann wird wohl was Wahres dran sein.

Es bedarf eigentlich nicht viel außer Wasser, Mehl, Hefe und Salz. Und natürlich Zeit. Mit guter Planung gelingt dieses Brot und steht pünktlich zum Frühstück auf dem Tisch, großes Brotehrenwort! Du benötigst zuerst einen aktiven Weizensauerteig. Wie man sich seinen eigenen Sauerteig ansetzt, pflegt und füttert erklärt euch Anne auf ihrem Blog ganz wunderbar. Am 5. Tag ist es dann soweit und du kannst dir dieses Brot backen. Alles weitere unten im Rezept. Wer schon einen Sauerteig im Kühlschrank hat, der darf direkt loslegen.

Man muss ein bisschen jonglieren, denn der Teig ist sehr weich und klebrig. Wen das nicht stört, der beißt ganz bald in eines der leckersten Weizensauerteigbrote überhaupt. Denkt an Fietes Worte!

Eines meiner absoluten Favoriten ist auch dieses Brot aus der Cocotte. Unabdingbar, man benötigt einen Ofenfesten Pott mit Deckel und eine Küchenmaschine. Damit holt man sich dann aber auch den ultimativen Brotgeschmack nach Hause, versprochen. Mittlerweile backe ich dieses Rezept nur noch mit 650 g Dinkelmehl Typ 630 und 300 g Roggenmehl Typ 1150. Für mich die perfekte Mischung.

Ein paar Anschaffungen benötigt man allerdings. Einen großen Gärkorb mit Leineneinsatz, einen Teigschaber und sehr gute Ofenhandschuhe. Denn der Topf wird mit Deckel auf 240 Grad vorgeheizt und da heißt es aufpassen. Hat man sich erst einmal eine Cocotte gekauft, hat man einen Pott fürs Leben. Nicht nur zum Brot backen, sondern auch für ein leckeres Schmorgericht oder eine Weihnachtsgans. Deswegen empfehle ich immer eine große ovale Cocotte. Da passt dann alles rein;). Gerne verlinke ich euch alles unten im Rezept unter Anmerkungen und Tipps.

Fiete der kleine Gauner schnappt sich direkt beim Fotografieren ein Stück vom Brot. Er liebt seine Stulle übrigens dick bestrichen mit gesalzener Butter und Honig, dazu eine heiße Tasse Ostfriesentee. Fiete weiß eben wie man einen anstrengenden Kindertag beendet. Immer mit der Ruhe und am liebsten noch eine Partie Memory. Denn man muss ja frisch bleiben im Kopf sagt Fiete.

In diesem Sinne, euch einen wundervollen Sonntag, immer ein leckeres Brot im Haus und einen kleinen Fiete der einen daran erinnert wie wertvoll kleine Genussmomente sind.

♡ Lisbeths

 

 

 

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Weizensauerteigbrot
Autor: Karin
Zutaten
Zuerst den Weizensauerteig ansetzen! Das dauert ein paar Tage. Wenn der Sauerteig fertig ist, ab Tag 5, kann es hier wie folgt weitergehen.
Tag 1 morgens für den Vorteig
  • 20 g Weizensauerteig von eurem Anstellgut/ASG/Roggensauerteig klappt auch
  • 50 g Weizenmehl Typ 550
  • 50 g Wasser
Abends
  • 70 g Weizenmehl Typ 550
  • 50 g Wasser
Für den Hauptteig
  • 400 g Weizenmehl Typ 550
  • 280 g Wasser
  • 8 g frische Hefe
  • 15 g Maldon Meersalz/ normales Haushaltssalz auf 10 g verringern!
Anleitungen
Tag 1 Weizensauerteig/ ASG
  1. Morgens rührt man sich die Zutaten in einer kleinen Schüssel zusammen und lässt sie abgedeckt bis zum Abend bei Zimmertemperatur stehen.

  2. Der Teig ist nun etwas flüssiger und hat vielleicht schon kleine Bläschen gebildet.

    Nun fügt man 70 g Weizenmehl Typ 550 und 50 g Wasser hinzu und verrührt alles gut.

    Erneut abgedeckt bis zum nächsten Morgen ruhen lassen.

Für den Hauptteig
  1. Den kompletten Sauerteig vom Vortag der über Nacht ruhen durfte mit allen Zutaten für den Hauptteig bis auf das Salz mit einer Küchenmaschine für ca. 5-7 Minuten zu einem geschmeidigen Teig verkneten.

    Das Salz hinzufügen und weitere 6-8 Minuten kneten.

    Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen.

    Die Schüssel mit Klarsichtfolie abdecken und nach 60 Minuten 1x falten.

    Die Hand mit Wasser befeuchten und den Teig insgesamt 4x von jeder Seite nach oben ziehen und auf der anderen Seite ablegen und leicht andrücken.

    Erneut abdecken und weitere 60 Minuten ruhen lassen.

    Den Backofen mit der Cocotte/Deckel auf Ober/Unterhitze 240 Grad für mindestens 30 Minuten vorheizen.

  2. Nach der Gehphase den Teig mit einem Teigschaber auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben.

    Legt euch ein Backpapier zurecht.

    Versucht bitte NICHT den Teig direkt auf dem Backpapier zu drehen.

    Der bleibt euch unerbittlich darauf kleben!

    Jetzt sollte man schnell und zügig arbeiten.

    Mit dem Teigschaber unter den Teig fahren und mit leicht befeuchteten Händen den Teig ähnlich wie bei einem Wurzelbrot versuchen aufzudrehen.

    Damit wollen wir keinen Schönheitspreis gewinnen.

    Nicht zu häufig oder zu kräftig am Teig ziehen, denn die Luft soll ja im Teig bleiben.

    Mit etwas Schwung den klebrigen Teig auf das Backpapier legen.

    Unbedingt Ofenhandschuhe tragen!!

    Die heiße Cocotte aus dem Ofen holen das Brot mit dem Backpapier in die heiße Cocotte legen.

    Den Deckel drauf und für 30 Minuten backen.

    Den Deckel abnehmen und das Brot weitere 6-8 Minuten goldbraun backen.

    Das Brot aus dem Topf nehmen und auf einem Gitter auskühlen lassen.

    Es schmeckt nicht zu dick aufgeschnitten mehr als köstlich.

    Das Brot hält sich mindestens für 3 Tage.

    Ich bewahre meine Brote nur unter einem Geschirrtuch auf.

    Wenn man das Brot verschenken möchte und evtl. eine längere Fahrt vor sich hat, dann kann man das Brot mit etwas Wasser benetzen und nochmal für 5 Minuten aufbacken. Es kommt knusprig und wie frisch gebacken aus dem Ofen.

Rezept-Anmerkungen

Hier wird ganz wunderbar erklärt wie man sich seinen Weizensauerteig selber ansetzt.

Das Rezept habe ich auch schon mit Roggen ASG, Weizenmehl Typ 405 und Dinkelmehl Typ 630 gebacken. Dinkel gibt dem Brote eine leicht nussige Note und der Teig ist nicht so klebrig. Alle Variationen schmecken göttlich

Da ich immer 2 Teige ansetze hatte ich die 2. Schüssel schon komplett mit Zutaten vorbereitet und versehentlich das Wasser hinzugefügt. Dabei saugt sich natürlich das Mehl sofort mit Wasser voll während Teig 1 in der Küchenmaschine noch 8 Minuten benötigte.

Das Ergebnis vom Teig war dann ein komplett anderes. Viel kompakter, nicht so klebrig und weich. Ich habe dann noch nach Gefühl etwas Wasser dazu gegeben und die Maschine weiter einige Minuten kneten lassen.

Der Teig lässt sich viel besser verarbeiten und ist geschmacklich genauso toll. Entscheidet bitte selber wie es euch am besten gefällt.

Des Weiteren nutze ich ausnahmslos nur Maldon Meersalz. Habt ihr das nicht zur Hand, bitte die Salzmenge von normalem Haushaltssalz immer reduzieren.

Cocotte

Teigschaber metall *

Teigschaber Kunststoff *

Für mich das beste Meersalz und perfekt für meine Brotrezepte *

Gärkorb *

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