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Der schönste Tag im Leben einer Frau ist: „Der Hochzeitstag”.

Wie man an so ein köstliches Törtchen kommt? Na da sollte man ab und zu mal Bahn fahren, neben mir sitzen und ins Gespräch kommen;) Die wohl verrückteste Geschichte über eine Hochzeitstorte, Brautstrauß und einem gefährlichen Transport über 90 Kilometer.

Anfang des Jahres bin ich mit dem Zug von Berlin nach Oldenburg gefahren. Neben mir saß eine stille, junge Dame. Ich hatte ein Magazin über traumhafte Urlaubsreisen dabei. Ihr Ziel, war Bremen. Ich bot ihr an, sich das Magazin gerne mal anzuschauen. So kamen wir ins sabbeln. Wir haben uns sofort sehr gut verstanden und sind aus dem Erzählen gar nicht mehr rausgekommen. Da man sich ja bei der deutschen Bahn auf Verspätungen verlassen kann, standen wir ne ziemlich lange Zeit auf den Gleisen rum und haben die Zeit genutzt, uns kennenzulernen. Tja, meine zauberhafte Sitznachbarin „Anna” strahlte vor Glück, als sie mir erzählte, dass sie im Juni heiraten würde. Ach wie schööööööön! Zack waren wir bei Hochzeitstorten, Blumen, Kleider und Location. Und irgendwie dann auch verständlicherweise beim backen und meiner Lisbeths. Anna scrollte sich durch meine Instagram-Galerie und es dauerte nicht lange, da kam sie, die Frage aller Fragen, die ich grundsätzlich mit „Nein” beantworte! Magst du nicht meine Hochzeitstorte machen? Nö, möchte ich nicht. Und nicht, weil ich dich nicht mögen würde, sondern weil es ein mega Aufwand ist. Das Backen ist es dabei gar nicht. Es sind die Nerven, es ist die Zeit, die dabei davon rast und es sind die Gedanken darüber, was passiert, wenn mir beim Transport einer hinten ins Auto fährt, man scharf bremsen muss, mir die Torte die Kellertreppe runterplumpst (alles schon da gewesen), was wenn die Braut die Torte nicht hübsch findet. Tausend Fragen und Bedenken. Aber Anna wäre ja nicht Anna wenn sie es nicht drauf hätte, einen unwiderstehlichen Charme zu versprühen, der sogar den Zug dazu bewegte, endlich weiterzufahren;) Wir zwei beiden kamen ins schwärmen und noch auf dem Bahnsteig haben wir unsere Nummern ausgetauscht und ich war innerhalb von 5 Sekunden nicht nur ihre Hochzeitstorten Bäckerin, sondern durfte auch noch den Brautstrauß besorgen und zuckersüße give away Cookies für die Gäste kreieren. So kann es gehen. Nun waren es aber ja noch einige Monate hin bis zur Hochzeit. Wir hatten uns nur einmal gesehen, 2x telefoniert und ca. 2731 Whats app Nachrichten geschickt. Anna ist eine #totalentspanntebraut! Sie schenkte mir ihr komplettes Vertrauen und hat sich ohne zu zögern auf mich eingelassen. Welche Braut lässt denn bitte ihren Brautstrauß von einem völlig fremden Menschen anfertigen. Anna, die macht sowas. Sie war einfach nur glücklich, etwas besonderes und außergewöhnliches zu bekommen. Und das war mein Job. Der Juni stand vor der Tür und ich hatte konkrete Vorstellungen, wie das Törtchen aussehen sollte. Anna wünschte sich lediglich Zitronengeschmack. Dann habe ich los gebacken. Vier saftige Böden, die noch mit einem aromatischen Sirup getränkt wurden, warteten auf ihre Vollendung. Die Füllung bestand aus: „Mascarpone, Vanille und Zitrone”. Die Verzierung aus einer ziemlich köstlichen Vanille-Buttercreme. Die Vollendung: „Rote aromatische Erdbeeren und wunderhübsche Blumen, die perfekt zum Brautstrauß passten!” Und zur Krönung kam noch das für immer und ewige „Ja” auf die Torte. Genau ab diesem Zeitpunkt flatterten meine Nerven, als ob ich die Braut wäre. Aber dazu kommt später noch ein ausführlicher Reisebericht.

Brautstrauß

Das ist er! Der Brautstrauß.♡ Ein Träumchen in pastell. Da möchte man doch glatt noch einmal heiraten, oder? Mein absolutes Blumen-Lieblings-Lädchen gehört einer ganz zauberhaften Bekannten, die mir manchmal vorkommt, als wäre sie selber eine Blume. Sie liebt was sie tut. Das spürt man in jedem gebundenen Strauß von ihr. Sie weiß, welche Blumen zu einem passen, sie verzaubert mit einer Leichtigkeit jeden Raum. Ich kann und ich möchte ohne ihre Blumen nicht sein. Die Rede ist von Steffi und ihrem Floralwerk, direkt am Schloßplatz in meiner wunderschönen Stadt Oldenburg. Ganz klein, ganz fein, ganz mein. Als Anna ihren Brautstrauß zum ersten Mal gesehen hatte, hat sie gequiekt vor Glück. Genauso sollte er aussehen, genauso hatte sie ihn sich vorgestellt und da war sie wieder, die #totalentspanntebraut.

Vintage-Besteck

Vorsicht! Eiliger Tortentransport. Das ist für mich das absolut schlimmste. Wie kriege ich diese Torte zur 90 Kilometer entfernten Location? Meine herzallerliebste Freundin hat mich mit ihrem Hammer Auto gefahren. Ein Van, mit Sitzecke und einem Tisch in der Mitte! Mir fiel ein Stein vom Herzen. Und das aller, aller schärfste war: der Wagen hatte eine Klimaanlage! Rauf auf die Autobahn. Ich saß da mittig auf meiner komfortablen Sitzbank, das Törtchen auf dem Tisch, und meine Hände umklammerten die Tortenetagere. Fahrtzeit ca. eine Stunde. Keine zwei Minuten später fing es mächtig an zu regnen. Erstes Ferienwochenende, 18:00 Uhr in Richtung Bremen. Da war er dann auch schon. Der Stau. Bitte nicht. Dieses stop and go. Bremsen, anfahren, bremsen, anfahren. Meine Torte wollte nur noch in den Kühlschrank und ich in eine Kaschmirjacke schlüpfen, so kalt war mir von der Klimaanlage;) Nach einer unerträglichen langen halben Stunde sind wir dann einfach ab und über Land gefahren. Tja, ab da waren Kopfsteinpflaster und kaputte Winterstraßen unsere besten Freunde. Es holperte und stolperte. Meine Dauerfragen, wann sind wir denn endlich da, was sagt das Navi, nervten die Fahrerin sichtlich;) Es hörte langsam auf zu regnen, die Sonne und ein kunterbunter Regenbogen strahlten am Himmel. Das Restaurant, unfassbar knuffig, mitten im Grünen, traumhaft schön und mit einem Garten zum verlieben. Hier möchte ich verweilen und nie wieder weg! Die Braut hüpfte uns schon entgegen und als sie ihre Torte sah, kullerte ihr sowas wie „KARIN!!! Das ist ja der Wahnsinn, ohhhhhhhh, so schöööön, mein Gott” und ein glückliches Lächeln aus dem Mund. Da war sie wieder, die #totalentspanntebraut und wir haben wohl alles richtig gemacht, was Lisbeths;) Die Torte wanderte ins Kühlhaus und ich direkt an den Tresen. Meine Anspannung musste jetzt erst einmal mit einem Gläschen verscheucht und gleichzeitig belohnt werden. „Nie wieder” entfuhr es mir! Nie wieder! Aber so eine glückliche Anna macht es irgendwie zu einer runden Sache und man ist froh, dass man sich getroffen und entschieden hat, es doch zu tun. Diese Hochzeitstorte zu backen! Wir waren schon ein lustiges Team. So richtig glauben konnte es keiner, dass wir uns eigentlich, gar nicht kennen. Umso schöner, wenn man sich auf so etwas spontanes einlässt. Das sind die Geschichten, die das Leben schreibt und die so gerne erzählt werden.

Hochzeitstorte

Meine liebe Freundin und ich, haben uns dann wieder auf den Weg gemacht. Die Musik im Auto ordentlich laut, sind wir gemütlich nach Hause geschaukelt. Der nächste morgen, Annas großer Tag. Es regnete ununterbrochen.

Da fällt mir ein schönes Sprichwort ein: „Wer im Regen tanzen kann, wird auch im Sturm den Tanz des Lebens meistern!” In diesem Sinne wünsche ich den frisch Vermählten ein glückliches, gesundes, spannendes, sonniges Leben. Habt es schön ihr Zwei!

Lieschen-2

Hochzeitsfoto: „Sabine Lange Fotografie”

 

Für euch Süßschnuten da draußen gibt es jetzt das köstliche Rezept und mindestens genauso viele schöne Wünsche, die das Leben schöner machen. Ich stehe schon wieder am Herd und bereite Hochzeit No 3 vor;) Tja, diesmal habe ich nicht im Zug gesessen und fremde Menschen kennengelernt, sondern freue mich riesig auf eine Strandhochzeit von ganz lieben und langjährigen Freunden. Was ich da zaubern werde, gibt es ganz bald hier auf meiner rosa Madame. Den schönsten und sonnigsten Sonntag!

♡ Lisbeths

Brautstrauß

 

 

Hochzeitstorte♡
 
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Kategorie: backen, Torten
Zutaten
  • Zutaten für 2 Böden:
  • Zwei 24 er Ø Springformen
  • Für meine Torte habe ich den Teig 2x gemacht und 4 Böden gebacken.
  • 300 g sehr weiche Butter
  • 250 g Zucker
  • 1 Tl Vanille Aroma
  • 1 Prise Meersalz
  • 5 große Eier
  • 300 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2 Esslöffel frischer Zitronensaft
  • Zitronen-Rosmarin-Sirup
  • Saft von zwei Zitronen
  • 100 g Zucker
  • 2-3 Rosmarin-Zweige
  • Für die Füllung:
  • 500 g Mascarpone
  • 5 Blatt Gelatine
  • 150 g Zucker
  • Prise Meersalz
  • 2 Tl Vanille Aroma
  • Saft und kleingehackte Zesten einer Bio-Zitrone
  • 250 g frische Erdbeeren oder Früchte nach Wahl
  • Für die Vollendung:
  • Buttercreme von Fun Cakes
  • Nach Packungsanleitung anrühren.
  • Spritzbeutel und Lochtülle.
  • Frische Minze
  • Frische Blumen
  • Cake Topper JA
Zubereitung
  1. Für den Teig:
  2. Den Backofen auf Umluft 180 Grad vorheizen.
  3. Den Boden der Springformen mit Backpapier auslegen und den Rand buttern und etwas mehlen.
  4. Butter, Zucker und Vanille Aroma für ca. 2 Minuten aufschlagen.
  5. Jedes Ei langsam unter die Buttermischung geben und verrühren.
  6. Mehl, Salz und Backpulver mischen und unter die Creme mischen.
  7. Zitronensaft hinzufügen und verrühren.
  8. Den Teig auf die Formen verteilen und auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Backofen für ca. 40 - 50 Minuten backen,
  9. Je nach Ofen kann die Backzeit variieren.
  10. Bitte eine Stäbchenprobe machen.
  11. Selbstverständlich kann der Teig aufgeteilt und nacheinander gebacken werden.
  12. Hier würde ich allerdings den Teig abwiegen, sodass jeder Boden gleich groß wird.
  13. Die Böden aus dem Ofen holen und abkühlen lassen.
  14. Das Backpapier abziehen und die Böden mit der glatten Seite nach oben auf ein Gitter legen.
  15. Für den Zitronen-Rosmarin-Sirup:
  16. Zitronensaft, Zucker und Rosmarin-Zweige in einem Topf zum köcheln bringen.
  17. Für ca. 10 Minuten köcheln lassen und immer mal wieder umrühren.
  18. Den Sirup durch ein Sieb geben und in eine kleine verschließbare Flasche geben.
  19. Die noch warmen Böden mit dem Sirup einstreichen.
  20. Die Böden sollten gut getränkt sein.
  21. Nun komplett auskühlen lassen.
  22. Die Böden bis zum nächsten Schritt mehrfach in Klarsichtfolie einwickeln, damit sie nicht austrocknen.
  23. Bei Zimmertemperatur können die Böden nun über Nacht ruhen.
  24. Für die Füllung:
  25. Gelatine in kaltem Wasser einweichen.
  26. Die Mascarpone mit dem Zitronensaft, Zesten, Zucker, Meersalz und Vanille-Aroma verrühren.
  27. Nicht überschlagen!
  28. Die Gelatine gut ausdrücken und mit etwas Mascarponecreme erwärmen und unter die restliche Creme geben und gut verrühren.
  29. Sofort in den Kühlschrank stellen.
  30. Nun die Böden aus der Folie befreien und den ersten Boden mit der glatten Seite nach oben auf eine passende Tortenplatte legen.
  31. Den Boden mittig satt mit der Mascarponecreme bestreichen.
  32. Unbedingt rundherum einen Rand frei lassen. Ca. 2-3 cm.
  33. Den nächsten Boden mit der glatten Seite nach oben schichten und mit der Creme bestreichen.
  34. Das wiederholt sich dann noch mit Boden drei und der letzte Boden wird aufgelegt und leicht angedrückt.
  35. Hier kommt keine Mascarponecreme mehr drauf!
  36. Den Kuchen sofort für ca, 2-3 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  37. Jetzt wird die Buttercreme vorbereitet.
  38. Diese kann in jede Geschmacksrichtung mit Holunder, Zitrone, Orange, Vanille etc. verfeinert werden.
  39. Ich stelle die Creme immer fertig angerührt für längere Zeit in den Kühlschrank, damit sie schön fest wird.
  40. Die Ränder der Torte mit etwas Buttercreme einstreichen und mit einem Messer oder Spatel den Überschuss vorsichtig abziehen.
  41. Die Buttercreme in einen großen Spritzbeutel mit großer Lochtülle füllen und kleine Tupfen in die Zwischenräume spritzen.
  42. Ganz zum Schluss gibt man noch Buttercreme-Tupfen auf den obersten Boden und stellt die Torte für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank.
  43. Tipp: Ich bereite die Böden immer einen Tag im voraus zu.
  44. Man kann wunderbar frische Früchte unter die Mascarponecreme geben oder Früchte auf die Creme verteilen. Das schmeckt auch sehr lecker.
  45. Nun mit frischen Erdbeeren oder Früchten nach Wahl und frischen Blumen dekorieren.

 

„Brautstrauß von Floralwerk in Oldenburg”

„Caketopper und Tortenplatte von Casa di Falcone”