Johannisbeerkuchen

Wenn man so wie ich sonntags gerne mal übers Land fährt und eher zufällig am Haus der besten, schönsten, ältesten und wundervollsten Freundin vorbeikommt, ist ein Stopp für eine kalte Limonade ein absolutes Muss. Sie ist die beständigste Freundin in meinem Leben. Nicht das wir uns täglich sehen würden, überhaupt nicht. Aber wenn wir uns treffen, ist es jedes Mal ein Fest! Sofort stellt sich ein vertrautes Wohlgefühl ein. Wir haben unsere Kinder aufwachsen sehen, sind zusammen durch Andalusien gebutschert, haben zusammen geweint, gelacht und ziemlich viel zusammen erlebt. Wir haben alles zusammen durch, was so ein Familien – und Freundschaftsleben mit sich bringt. Wir sind Frauen, Mütter und beste Freundinnen.

Johannisbeerkuchen

Was ich an meiner Iris ♡so sehr liebe ist, dass sie immer lächelt. Sie ist der freundlichste Mensch den ich kenne. Nicht das meine anderen Freunde nicht freundlich wären;) Iris ist einfach geerdet, ausgeglichen, bei sich und absolut liebenswert. Sie hat ein traumhaftes kleines Haus und einen wunderschönen Garten. Und sie hat ein grünes und ein goldenes Händchen für Blumen und Pflanzen. Alles blüht und duftet. Und weil Iris schon Oma ist, hat sie natürlich für die Enkel auch Obst und Gemüse im Garten. Ich habe zusammen mit ihrem Enkel Johannisbeeren gepflückt und mir seine kleine Geschichten angehört. Er hat nämlich mit Oma hinter dem Haus einen Gemüsegarten angelegt. Und er durfte Kartoffeln pflanzen. Die gucken mit grünem Blattwerk mal so gerade aus der dunklen Erde und der Kleene möchte so gerne seine Kartoffeln ernten. Wir haben ihm erklärt, das die Kartoffeln noch eine lange Zeit brauchen bis er sie aus der Erde buddeln darf. Das hat ihn nicht davon abgehalten alle fünf Minuten hinters Haus zu laufen um nachzusehen, ob die Kartoffeln vielleicht nicht doch schon reif sind. Da merkt man mal, wie wichtig es für Kinder ist und wie sehr sie es lieben einen kleinen Garten zu haben. Er liebt seine Oma über alles. Genau wie ich. Tja, beim Johannisbeeren pflücken bekam ich vom Lütten eine Zuteilung. Ich durfte nur soviel pflücken, wie er mir erlaubt hat. Und nicht die hässlichen! Damit meinte er die unreifen Beeren. Er hat aufgepasst wie ein Fuchs, dass ich ja nicht zuviel mit nach Hause nehme. Es hat so gerade für einen kleinen Kuchen gereicht. Ich wollte dem Zwerg nun auch nicht sein Sommerglück abpflücken;) Auf jeden Fall, habe ich einen kleinen Kuchen gebacken und musste beim Genießen an all die kleinen Geschichten denken, die wir so zusammen erlebt haben.

Johannisbeerkuchen

Wir sind früher immer ziemlich spontan zum Bummeln nach Holland gefahren. Alles ganz wunderbar. Die Sonne war auf unserer Seite, die Menschen nett und das Einkaufen hat einfach nur Spaß gemacht. Dann der Rückweg. Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht. Ich fahre ja lieber hin als zurück. Wir waren perfekt ausgestattet. Der Tank war voll und das Navi hatte sein „nach Hause Ziel“ programmiert. Nach 1,5 Stunden kam es uns irgendwie holländisch vor. Wir sind durch wunderschöne kleine Dörfer gefahren und haben es genossen die hübschen Häuser anzuschauen. Als dann aber nach zwei Stunden immer noch keine Autobahn in Sicht war, haben wir mal eine Pause eingelegt und nach dem Weg gefragt. Tja, so ist das, wenn man sich blind auf ein Navigationsgerät verlässt. Es war nämlich die Romantik – Route gespeichert. Wahrscheinlich noch von einer Wochenendtour mit dem Gatten. Der Blick von uns Beiden als wir kapiert haben, was da los ist. Unbezahlbar! Eigentlich hätten wir uns in einem dieser romantischen Dörfer ein knuffiges B&B suchen sollen. Wir sind aber nach Hause geknattert und waren kurz davor das Navi an zu schimpfen. Irgendwie ist ja immer diese nervige Stimme im Gerät Schuld an allem. Wir hatten eine lustige Rückfahrt, ne Menge erlebt, und sind mittlerweile auf Kartenlesen umgestiegen;)
Was ich eigentlich sagen möchte ist: „Iris, du bist ein wundervoller Mensch, die größte Löwenmutter die ich kenne, eine perfekte Gattin, großartige Köchin, beste Freundin und ein unbeschreiblich gutes Herz!

xxx

♡ Deine Karin

Johannisbeeren

 

Johannisbeerkuchen mit Baiserhäubchen für meine liebe Iris♡
 
Autor: 
Kategorie: backen, kuchen
Zutaten
  • Für den Rührteig:
  • 250 g Johannisbeeren
  • 4 Eier
  • 200 g weiche Butter
  • 100 g Zucker
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 250 g Mehl
  • 1 Tl Backpulver
  • 2 Tl Vanilla Extrakt
  • 1 El Joghurt
  • Für das Baiser
  • 3 Eiweiß
  • 60 g feinster Zucker
  • Für das Topping:
  • Puderzucker
  • ein paar Rispen Johannisbeeren
Zubereitung
  1. Die Johannisbeeren waschen und von den Rispen streifen. Klappt super mit einer Gabel.
  2. Die Beeren mit einem Küchenpapier trocken tupfen und in etwas Mehl wälzen.
  3. Backofen auf Umluft 180 Grad vorheizen.
  4. Die Eier trennen.
  5. Eigelbe mit der weichen Butter, Zucker und Vanillezucker weiß - cremig aufschlagen.
  6. Joghurt und Vanilla hinzufügen und verrühren.
  7. Eiweiß mit der Prise Salz sehr steif schlagen und unter den Teig heben.
  8. Backpulver und Mehl mischen und über die Eimasse sieben.
  9. Die Johannisbeeren vorsichtig unter den Teig heben.
  10. Eine passende Backform buttern und mehlen.
  11. Der Teig ist ausreichend für eine 20 er Springform.
  12. Den Kuchen für 30 Minuten backen.
  13. Für die Baiserhaube:
  14. Eiweiß schaumig anschlagen und langsam den Zucker ein rieseln lassen. Solange schlagen bis der Zucker sich aufgelöst hat.
  15. Eischnee auf den noch heißen Kuchen geben und für weitere 12 Minuten backen.
  16. Den Kuchen auskühlen lassen und mit Puderzucker Bestäuben.
  17. Wer mag, dekoriert mit ein paar Johannisbeeren.