Rosen Brioche

„Holla die Waldfee!“ sagt Martin, als er die erste Rose aus dem Brioche zieht. „Boah, ist das klitschig! Und genau so muss das…“ schwärmt Timmo, schließt die Augen und genießt. „Ich möchte auch!“ kommt Annika angerannt und man kann ihr Kompliment mit vollem Mund kaum verstehen. „Wunderschön!“ sagt Nina und ist ein bisschen froh, dass sie kein Mittagessen mehr für die Kinder vorbereiten muss. Es ist ein typischer Sonntag in unserer Straße. Alle haben Wochenende und sind entspannt. Sie spielen mit ihren Kindern Fußball vorm Haus und unterhalten sich. Ich sehe es immer aus dem Fenster meiner Lisbeths-Zentrale und wenn ich zufällig etwas gebacken habe, dann wird es an die Nachbarn verteilt. Die Kinder umkreisen mich und ich stehe dann immer da wie eine Vogelmuddi, die ihre Jungen füttert. Zu herrlich. Wer all diese Emotionen über dieses Rosen-Brioche nachempfinden und erleben möchte, der sollte unbedingt dieses Rezept ausprobieren. Das Hefeglück kommt von Herzen und schmeckt übergalaktisch göttlich. Da könnt ihr jeden in meiner Straße fragen;).

Rosen Brioche

Selbstredend, ist es frisch aus dem Ofen der Oberknaller. Fluffiger geht es nicht und durch das Erdnussöl im Teig, schmeckt es sehr aromatisch, besonders und ganz wunderbar. Satt Blumen, ist dieses Brioche eine zauberhaft schöne Überraschung zu einem Geburtstag. Jeder freut sich darüber. Leider halten diese Rosen nicht so lange wie ein frischer Blumenstrauß, denn man kann gar nicht so schnell gucken, wie schnell die Röschen verputzt sind. Ein schöneres Kompliment kann es nicht geben. Hefeteig arbeitet ja eh für sich und ruht sich die meiste Zeit nur aus. Das Ausrollen und anschließende Ausstechen ist schnell erledigt. Lediglich das meditative Rosenrollen braucht etwas Zeit. Sie sind aber relativ schnell zubereitet. Dann darf sich der Teig wieder etwas an der Heizung ausruhen. Der Ofen ist gut vorgeheizt und nach sechzehn Minuten kommt das hübsche Gebäck schon auf den Tisch. Großartig! Wenn es ein paar Minuten abgekühlt ist, entfernt man vorsichtig die Springform und setzt das Rosen-Törtchen auf eine passende Etagere. Ein köstlicheres Fingerfood gibt es, glaube ich, nicht.

Rosen Brioche

Man zupft sich einfach ein Röschen ab und schiebt es genüsslich in den Mund. Übrigens an Tag zwei nicht weniger lecker. Der Teig reicht für zwei kleine Formen und somit hat man, mit viel Glück, am nächsten Tag auch noch etwas davon. So kam dann auch der DHL-Mann zu seinem ganz persönlichen Glück. Er fragte mich, was das denn sei, „Brioche“ antwortete ich. „Ach, das ist Brioche! Ich dachte immer das sei ein Stück vom Rind.“ Wir haben ordentlich gelacht und dieses Missverständnis ein für allemal aus der Welt geschafft;). Eine weitere Frage war, was ich denn dazu trinken würde. „Ne heiße Tasse Ostfriesentee!“ habe ich gesagt. Da stellte sich heraus, dass der DHL-Mann auch ein Teekenner ist. Er zelebriert gerne sonntagnachmittags seinen Oolong-Tee. So lange würde mein Brioche aber nicht halten, erklärte ich. Da musste er lachen und rief mit vollem Mund: „Das hält eh nur bis zur anderen Straßenseite!“ Und immer wieder bringt Kuchen die Menschen zusammen. Das mag ich so.

Rosen Brioche

Gemeinsam backen, gemeinsam genießen. Es macht einfach Spaß mit hausgemachten Rezepten andere Menschen zu verwöhnen. Es geht unglaublich viel verloren in unserer schnelllebigen Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, Traditionen zu pflegen und alte Rezepte weiterzureichen. Und euch schicke ich jetzt in die Küche. Zaubert euch ein Rosen-Törtchen und genießt es in vollen Zügen. Ein so schönes Sonntagsgebäck, mit Glücksgarantie.

„Essen ist ein Bedürfnis, genießen ist eine Kunst!“

♡ Lisbeths

Rosen Brioche

 

 

 

Rosen Brioche
 
Autor: 
Kategorie: backen, Süßes,
Zutaten
  • Nach einem Rezept von Chiarapassion
  • Teig reicht für zwei 18 er Springformen.
  • Für den hellen Hefeteig:
  • 150 g Mehl 00 / Beispiel
  • 120 g Manitoba Mehl / Beispiel
  • 60 g Zucker
  • ½ Würfel frische Hefe
  • 1 Ei
  • 50 g Erdnussöl
  • 100 ml Milch
  • 1 Prise Meersalz
  • Für den Schokoladenteig:
  • 150 g Mehl 00
  • 120 g Manitoba Mehl
  • 30 g Backkakao
  • 60 g Zucker
  • ½ Würfel frische Hefe
  • 1 Ei
  • 50 g Erdnussöl
  • 100 ml Milch
  • 1 Prise Meersalz
  • Für die Vollendung:
  • Puderzucker
  • 18 er Springform / Beispiel
  • Backpapier
  • Runder Ausstecher / Beispiel
Zubereitung
  1. Für den Teig 1:
  2. Mehlsorten, Zucker, zerbröselte Hefe, Ei und Erdnussöl in eine Rührschüssel geben.
  3. Die Milch nur lauwarm erwärmen.
  4. Alles mit dem Rührhaken vermengen bis eine krümelige Masse entsteht.
  5. Salz und langsam die Milch hinzufügen.
  6. Nun auf den Knethaken wechseln und für mindestens 10 Minuten die Zutaten zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
  7. Den Teig in eine leicht geölte Schale umfüllen, mit Klarsichtfolie abdecken und an einem warmen Ort für ca. 1,5 Stunden ruhen lassen.
  8. Eine 18 er Springform mit Backpapier auslegen und den Rand gut buttern.
  9. Für den Teig 2:
  10. Genauso verfahren, nur den Kakao zu den Mehlsorten hinzufügen.
  11. Nach der Gehphase den hellen Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche großflächig ausrollen.
  12. Das geht anfangs etwas schwer, der Teig gibt aber nach.
  13. Den Teig zur Seite legen.
  14. Den Kakaoteig ebenfalls gleich groß ausrollen und auf den hellen Teig legen.
  15. Nochmals mit einer Teigrolle ausrollen.
  16. Die beiden Teige sollten sich miteinander verbinden.
  17. Mit einem runden Ausstecher ca. 5-6 cm / Kreise aus dem Teig ausstechen.
  18. Je Rose benötigt man drei Kreise.
  19. Man legt zwei Schokoladenkreise übereinander und mittig einen hellen Kreis.
  20. Nun rollt man von oben die Kreise zu einer Rolle zusammen.
  21. Mit einem scharfen Messer die Rolle in der Mitte durchschneiden und mit der Schnittstelle nach unten in die vorbereitete Springform setzen.
  22. Bei der Anordnung habt ihr die kreative Wahl.
  23. Lasst ruhig etwas Platz zwischen den Rosen, der Teig geht noch ordentlich auf.
  24. Wenn die Form ausgefüllt ist, mit Klarsichtfolie abdecken und weitere 40 Minuten gehen lassen.
  25. Den Backofen auf Umluft 180 Grad vorheizen und für 16-18 Minuten backen.
  26. Tipp: Übrig gebliebener Teig erneut gut verkneten, ausrollen und ausstechen.
  27. Das gibt dann eine schöne schokoladige Rose.
  28. Erdnussöl kann auch durch Rapsöl ausgetauscht werden.
  29. Probiert habe ich es wie oben beschrieben und ein weiteres Mal mit 40 Rapsöl und 10 Erdnussöl.
  30. Klappte auch super.

 

 

 

Kategorien: Backen Kuchen Kleingebäck Dessert Süßes

Schlagwörter: ,

Das könnte dich auch noch interessieren:

6 Kommentare

  1. ?? Aber… ich wollte doch heute Waffeln machen! ?
    Dabei wäre medatives Rosenrollen bei dem Schietwetter, das sich anscheinend gerade vor meinem Schlafzimmerfenster abspielt, genau das Richtige.
    Kann ich ja fast froh sein, dass ich nur vier Sorten normales Mehl im Haus habe ?
    Einen schönen Sonntag und Grüße an den DHL-Mann … dass der Zeit für ein kleines Pläuschen über Tee hat, spricht definitiv für dieses Gebäck!

    • Liebe Karin ohne t,

      Das heutige Wetter spricht für Waffeln und Röschen rollen. Deine Mehlsorten scheinen auszureichen;). Mein DHL-Mann, er ist einfach fantastisch. Neuerdings gibt er schon Pakete für die Nachbarn ab, weil es bei mir immer etwas zu Naschen gibt. Wo kämen wir denn hin, wenn man nicht mal mehr Zeit für ein kleines Gespräch hätte. Gottseidank ist hier noch alles eher ländlich und man hält einen Klönschnack;).

      Einen ganz wunderbaren Sonntag für dich und viel Freude beim meditativen „Was auch immer“

      Liebste Grüße,

      Karin

      • Also… allein schon für die neidischen Blicke meiner beiden Herren ? , die sich eben am Frühstückstisch über Manitobamehl lustig gemacht haben (Sohn: „kenn ich, steht im Regal gleich neben Garga-Mehl“), würde ich jetzt am liebsten eine halbe Menge Brioche ganz für mich alleine backen und dann mal sehen, wer am Ende die Waffeln isst und wer sich an den Rosen gütlich tut – die Menge lässt sich ja gut halbieren. Aber das Mehl? …einfach durch 1050er ersetzen oder besser 550er? Im Angebot hätte ich neben dem normalen 405er außerdem Roggen, Dinkelvollkorn, Dinkelnormal, Mandelmehl, Hanfmehl, Buchweizenmehl. Jungejunge, und dann noch Maismehl, Kartoffelmehl, Kichererbsenmehl und Erdmandelmehl. Was man da alles entdeckt im Küchenschrank ? Ich glaube, 550er tut’s am besten… also ab in die Küche!
        Übrigens, mit dem Verschwinden des letzten Restes Spekulatiusaufstrich kam heute dann endlich das Glas Vivani Schokocreme auf den Frühstückstisch… SEHR lecker! Mir zwar immer noch zu süß, lässt sich aber sehr gut abmildern mit etwas Joghurt. „Fast so gut wie selbstgemacht“ … lautete das Urteil meiner Männer und damit haben sie ihren vorherigen Heiterkeitsausbruch mehr als gutgemacht. ?

        • 550er Mehl ist super. Du machst das schon. Deine Jungs sind herrlich. Ich lese übrigens immer Manitu Mehl. Hugh.

          Schön, dass ihr so einen spaßigen Sonntagmorgen habt. Und hey, die Vivani Nuss Nougat ist sehr fein, ich verstehe das aber mit der Süße. Reduziere seit Monaten Zucker und da wird man sehr empfindlich.

          Genießt eure Familienzeit,

          Karin

          • Danke ? Hat prima geklappt mit dem 550er und wir haben uns die (Herz)Waffeln (ohne Stiel und Herz, aber mit dem Rezept) und die Brioche brüderlich geteilt (hab den Zucker um 20% reduziert, hat keiner vermisst).
            Einen schönen Sonntagabend
            und bis zum nächsten Rezept!
            Karin

          • Liebe Katrin ohne T,

            da freue ich mich sehr! Und wie du immer den Zucker reduzierst, genial. Ich sollte mal bei dir in die Lehre gehen;). Ganz liebe Grüße und freu dich auf Mittwoch.

            Karin